Unser Gesundheitslexikon erklärt medizinischen und pharmakologischen Fachbegriffe
Abusus
Missbrauch, übermäßiger Gebrauch
Aceton(Ketonkörper)
Stoffwechselprodukt das bei Diabetikern in Blut und Urin auftritt. Fehlt dem Körper Insulin, um dem Zucker den Weg aus
dem Blut in die Zellen zu ermöglichen, stellt dieser sich den lebensnotwendigen Zucker aus Körperfett her. Aceton ist
ein Nebenprodukt dieser Art von Energiegewinnung, das den Körper übersäuert (= Ketoazidose). Bei totalem Entgleisen des
Stoffwechsels wird Aceton auch über die Atemluft abgegeben (alkoholähnlicher Geruch), unbehandelt fällt der Betroffene
ins Ketoazidotische Koma.
Adipositas
Vermehrung des Fettgewebes, meist bedingt durch Überernährung, möglicherweise aber auch eine Folge von
Stoffwechselstörungen bzw. Hormonstörungen; ein wesentlicher Risikofaktor für Typ II Diabetiker.
adsorbierend
aufsaugend, anlagernd
Adstringens
auf Schleimhäute oder Wunden zusammenziehend wirkendes Mittel
adstringierend
zusammenziehend wirken
Albuminurie
Es handelt sich um eine vermehrte Ausscheidung des Eiweißes Albumin mit dem Urin. Wird dieses Eiweiß nachgewiesen, ist
dies ein Hinweis auf eine eingetretene Nierenschädigung oder Nephropathie. Normalerweise ist die Niere nicht durchlässig
für Eiweiß, jedoch kann durch Zuckereinlagerungen in den Nieren ihre Durchlässigkeit für bestimmte Stoffe verändert sein.
analeptisch
belebend, anregend
Analgetika
Schmerzmittel
Angina Pektoris
schmerzhaftes, von Todesangst begleitetes Beklemmungsgefühl in der Herzgegend
Angiopathie
Oberbegriff für Schädigung der Gefäße, wie z.B. Arterien oder Venen, man unterscheidet zwischen Micro- und
Macroangiopathien.
Antagonist
Gegenspieler. Viele Körperfunktionen werden durch zwei entgegengesetzt wirkende Stoffe oder Mechanismen im Gleichgewicht
gehalten. Z.B. Streck- und Beugemuskeln oder Insulin und Glucagon.
Apoplexie (Schlaganfall)
Ausgelöst durch den Verschluß einer Hirnarterie; dem Gehirn wird über das Blut dadurch zu wenig Sauerstoff zugeführt und
es kommt zum Absterben von Gehirngewebe. Ein Schlaganfall kann auch die Folge einer Macroangiopathie
Arteriosklerose
Eine Verengung der Arterien (Blutgefäße) durch Ablagerungen an den Gefäßwänden. Dies kann zum Gefäßverschluß führen.
Besondere Gefahr geht von Zigarettenkonsum, Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen (erhöhte
Cholesterinwerte) und Diabetes aus
Autoimmunerkrankung
Normalerweise sind die von unserem Immunsystem gebildeten Antikörper für die Abwehr von körperfremden Substanzen
(Viren, Bakterien) zuständig. Bei einer A. liegt ein Defekt des Immunsystems vor, so dass die Antikörper auch
körpereigene Substanzen und Organe angreifen. Beim Diabetes Typ I wird angenommen, dass die Ursache in der Bildung
von Antikörpern gegen körpereigene Inselzellen liegt.
Ballaststoffe
Sie sind vermehrt in Vollkornprodukten, Kohlarten und Hülsenfrüchten enthalten. Diese Pflanzenfasern haben ein höheres
Sättigungsvermögen, werden vom Körper jedoch nicht verwerten und mit dem Stuhl wieder ausgeschieden.
Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
Verdauungsorgan, das hinter dem unteren Teil des Magens zu finden ist. Für die Produktion von verschiedenen Hormonen
zuständig, z.B. des Insulins in den Beta-Zellen der Langerhansschen Inseln.
BE
Abk. für Broteinheit
Beta-Zellen
Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die für die Insulinproduktion verantwortlich sind.
Blutzuckerprofil
Die durch Messungen bestimmten Änderungen des Blutzuckerspiegels im Laufe eines Tages. Ein Blutzucker-Profil besteht aus
4 Messungen: 1× nüchtern und 3× nach dem Essen.
Blutzuckerspiegel
Die Konzentration von Glucose im Blut. Die Normalwerte des Blutzuckers im nüchternen Zustand liegen zwischen 65 mg/dl
(= Milligramm pro Deziliter Blut) und 110 mg/dl.
Botenstoff
s. Hormon
Broteinheit (BE)
Maßeinheit für den Kohlenhydratgehalt von Lebensmitteln. Eine Broteinheit sind 12g verwertbarer Kohlenhydrate,
entsprechend etwa einer Scheibe Brot.
Cholesterin
Zählt zur Gruppe der Fette. Es wird vom Körper selbst produziert, aber auch von außen über die Ernährung zugeführt.
C. spielt eine wichtige Rolle in der Bildung von Gallensäuren, Hormonen und dem Aufbau von Zellwänden. Bedingt durch
einen Insulinmangel, tritt bei Diabetikern häufig vermehrt Cholesterin ins Blut über. Durch Ablagerung von C. an den
Gefäßwänden kommt es zu Arteriosklerose.
Cholesterin
Zählt zur Gruppe der Fette. Es wird vom Körper selbst produziert, aber auch von außen über die Ernährung zugeführt.
C. spielt eine wichtige Rolle in der Bildung von Gallensäuren, Hormonen und dem Aufbau von Zellwänden. Bedingt durch
einen Insulinmangel, tritt bei Diabetikern häufig vermehrt Cholesterin ins Blut über. Durch Ablagerung von C. an den
Gefäßwänden kommt es zu Arteriosklerose.
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Chronische Krankheit des (Kohlenhydrat)stoffwechsels; die Blutzuckerwerte der betroffenen Person sind stark erhöht
und es kommt zum Auftreten von Zucker im Harn. Dieser bindet zusätzliches Wasser, so dass die Harnmenge stark erhöht ist,
eine Folge davon ist ein übermäßiges Durstgefühl. Die Ursache für einen Diabetes liegt in einer mangelnden Produktion von
Insulin (Typ I Diabetes) bzw. einer mangelnden Wirksamkeit (Insulinresistenz) von vorhandenem Insulin (Typ II Diabetes).
Auch Medikamente können auf Dauer eingenommen zur vermehrten Bildung von blutzuckersteigernden Hormonen und somit zu einem
Diabetes führen (z.B. Cortison). Ein meist reversibler Diabetes kann in der Schwangerschaft auftreten (Gestationsdiabetes).
Ein unbehandelter Diabetes führt zu einer starken körperlichen Schädigung und einer Senkung der Lebenserwartung.
Diabetischer Fuß
Bei Diabetikern kommt es durch Nervenschädigung zu einem verminderten Empfindungsvermögen an den Füßen. Druckstellen und
kleine Wunden werden so nicht bemerkt. Auch eine verminderte Schweißsekretion spielt eine Rolle, die Haut am Fuß ist nicht
mehr so geschmeidig. Die schlechte Durchblutung lässt entstandene Wunden schlechter heilen, Infektionen bis hin zu
Gewebeabsterben sind die Folge. Betroffen sind vor allem die Zehen und der Fersenbereich. In manchen Fällen ist eine
Amputation unumgänglich. Deshalb ist es für den Diabetiker wichtig, seine Füße regelmäßig zu kontrollieren und zu pflegen,
bequemes Schuhwerk zu tragen und auch regelmäßige Kontrollen durch den Arzt durchführen zu lassen.
Dialyse
Unter Dialyse versteht man eine Blutwäsche mittels der „künstlichen Niere“. Diese wird nötig, wenn die Nieren des
Betroffenen nicht mehr funktionstüchtig sind (Niereninsuffizienz). Das Blut wird hierbei über ein Schlauchsystem durch
einen Filter geleitet, um die giftigen Abbauprodukte heraus zu filtern, ein Prozess, den sonst die Nieren für uns
übernehmen. Die Dialyse muß mehrmals wöchentlich durchgeführt werden und dauert jeweils mehrere Stunden.
Diarrhö
Durchfall
Diseasemanagement
Krankheitsbildmanagement
diuretisch
harntreibend
Elimination
Entfernung, hier Ausscheidung
Fruchtzucker
s. Fructose
Fructosamin
Es handelt sich hierbei um ein Eiweiß im Blut, an das Glucose gebunden wird. Je höher der Blutzuckerspiegel, desto mehr
Fructosamin wird gebildet. Ähnlich wie beim HbA1c-Wert ist hierdurch die Bestimmung des durchschnittlichen
Blutzuckerwertes möglich. Jedoch beschränkt sich der Bestimmungszeitraum auf die letzten 3 Wochen. Normalwerte liegen
bei 1,9 - 2,7 mmol/l.
Fructose
Ein leicht verdaulicher Zucker, der vom Körper aber nur wenig zur direkten Energiegewinnung genutzt werden kann. Als
Zuckeraustauschstoff einsetzbar, da nur wenig Insulin für ihre Verstoffwechslung benötigt wird. Fructose muß bei der
Berechnung von Broteinheiten jedoch berücksichtigt werden.
Gangrän
Eine Folge von Arteriosklerose, die bei Diabetikern häufig zum Absterben des Gewebes an Zehen und Füßen führt, bedingt
durch eine schlechte Durchblutung.
gastrointestinal
den Magen-Darm-Trakt betreffend
Gestationsdiabetes
Meist reversibler Diabetes während der Schwangerschaft. Ca. 1-5% der Schwangeren sind betroffen. Häufig sind diese Frauen
übergewichtig oder haben bereits Verwandte, die an einem Typ II Diabetes leiden. Um einer Schädigung des Kindes
Vorzubeugen, ist eine gute Einstellung des Blutzuckers sehr wichtig.
Glaukom (Grüner Star)
Augenerkrankung bedingt durch einen erhöhten Augeninnendruck.
Glomerulosklerose
Microangiopathie der Glomeruluskapillaren in der Niere.
Glucagon
Antagonist des Insulins. Das von den Zellen der Langerhans'schen Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildete Glucagon
mobilisiert körpereigene Energiereserven. Durch seine Wirkung wird Glycogen aus den Speichern in Muskeln und Leber zu
Glucose abgebaut, die dann dem Körper über den Blutkreislauf zur Energiegewinnung zur Verfügung steht. Wird die Glucose
durch die Körperaktivitäten nicht sofort verbraucht oder kann mangels Insulin von den Zellen nicht aufgenommen werden,
steigt infolgedessen der Blutzuckerspiegel an. Als Notfallmedikament bei Unterzuckerung eingesetzt (Gluco-Hypo-Kit)
Glucose (Traubenzucker)
Ein leicht verdaulicher Zucker, der vom Körper direkt zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Bei der Bestimmung des
Blutzuckerspiegels wird die Konzentration von Glucose im Blut gemessen. Diabetiker sollten für den Fall der Unterzuckerung
immer ein Stück Traubenzucker dabei haben, das dann bei ersten Anzeichen von Unwohlsein gelutscht werden kann.
Glycogen
Durch Glucagon kurzfristig mobilisierbares Reservekohlenhydrat des Körpers. Es wird in Muskeln und Leber gespeichert.
HbA1c-Wert
Auch Blutzuckerlangzeitwert genannt, der die durchschnittliche Überhöhung des Blutzuckers der letzten 8-10 Wochen angibt.
Ein Teil des Zuckers geht mit dem Hämoglobin ( Farbstoff der roten Blutkörperchen ) eine dauerhafte Verbindung ein, diese
werden HbA1C genannt und können gemessen werden. Je höher der Anteil des verzuckerten Hämoglobins, desto höher der
durchschnittliche Blutzucker der vergangenen Wochen. Ein guter Wert liegt bei 6-7. Die Bestimmung des HbA1C ersetzt
jedoch nicht das tägliche messen.
hepatotoxisch
giftig für die Leber
Hormon (Botenstoff)
Vom Körper in dafür vorgesehenen Drüsen (z.B. Schilddrüse, Hirnanhangdrüse) häufig nur geringer Menge gebildeter Stoff,
der zur chemischen Nachrichtenübertragung dient und die verschiedensten Stoffwechselvorgänge steuert. Dazu koppeln seine
Moleküle an spezifische Rezeptoren.
Hyperglykämie
Überzuckerung, d.h. ein zu hoher Blutzuckerspiegel. Bei Werten morgens nüchtern über 110 mg/dl oder 1 Stunde nach der
Mahlzeit über 140 mg/dl.
Hyperthyreose
Überfunktion der Schilddrüse
Hypertonie
Bluthochdruck
Hypertriglyceridämie
Das vermehrte Auftreten von Triglyceriden (= Fetten) im Blut ist ein Risikofaktor für Schäden der Blutgefäße
Hypoglykämie
Unterzuckerung, d.h. ein zu niedriger Blutzuckerspiegel. Bei Werten unter 50mg/dl. Eine akute Unterzuckerung ist
gefährlich, man kann ihr aber durch Essen eines Stück Traubenzuckers oder trinken einer Traubenzuckerlösung schnell
entgegenwirken. Fällt der Wert weiter auf unter 30mg/dl kommt es zum hypoglykämischen Schock. Spätschäden sind durch
einer Unterzuckerung nicht zu erwarten.
Hypoglykämischen Schock
Schwerste Form der Unterzuckerung bei Werten unter 30mg/dl.
Hypotonie
zu niedriger Blutdruck
Indikation
Grund, ein bestimmtes Heilverfahren/Arzneimittel anzuwenden
insuffizient
ungenügend, geschwächt
Insulin
In den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse produziertes Hormon, das den Körperzellen die Aufnahme von Glucose in die Zellen
ermöglicht. Bei einem Diabetiker wird dieses Hormon nicht mehr gebildet (Typ I Diabetiker) bzw. hat es seine Wirksamkeit
verloren (Typ II Diabetiker). Da es sich bei Insulin um ein Eiweiß handelt, muß dieses unter die Haut ins Fettgewebe
gespritzt werden, denn im Magen würde es von der Magensäure sofort zerstört werden. Es gibt Insuline von unterschiedlicher
Wirkdauer.
Insulinpflicht
Ein Diabetiker ist insulinpflichtig, wenn sein Blutzuckerspiegel nicht mehr ohne Spritzen von Insulin regelbar ist.
Insulinresistenz
Insulinresistenz liegt vor, wenn ein insulinpflichtiger Patient mit Diabetes mellitus mehr als 200 IE/Tag an Insulin zur
Stoffwechseleinstellung benötigt. Die Ursache liegt in der Bildung von Insulinantikörpern, die sich an das Insulin hängen
und es somit unwirksam machen.
Ischämisch
mangeldurchblutet
kardial
das Herz betreffend
kardiovasal
die Herzgefäße betreffend
karzinogen
krebserregend
Katarakt (grauer Star)
Durch Trübung der Linse kommt es zu eingeschränktem Sehvermögen. 20% der Diabetiker sind betroffen. Nachweisen, dass es
sich in der Tat um einen diabetischen Katarakt handelt, kann man jedoch ausschließlich bei Kindern und Jugendlichen. Man
führt dies auf häufige Stoffwechselentgleisungen zurück, Hauptursache ist die Hyperglykämie.
Ketoazidotisches Koma
Längerdauernde tiefe Bewußtlosigkeit, die durch äußere Reize nicht unterbrochen werden kann, hervorgerufen durch extreme
Glucoseverwertungsstörungen, bei denen Ketonkörper gebildet werden. Eine Folge von Insulinmangel.
Ketonkörper
Abfallprodukt des Fettabbaus im Körper. s. Aceton
Kohlenhydrate
Eine Gruppe miteinander verwandter chemischer Verbindungen, die einen wesentlichen und wichtigen Teil unserer Ernährung
bildet. Sie dienen dem Körper hauptsächlich als Energiequelle. Man unterscheidet die schnell verwertbaren K. wie z.B.
Zucker, Traubenzucker oder Fruchtzucker und langsam oder nur schlecht verwertbare K. wie Stärke und Zellulose.
kompetitiv
eine notwendige Ergänzung fordernd
Kontraindikation
Gegenanzeige, bei der ein bestimmtes Mittel nicht angewendet werden darf
koronardilatierend
Weitung von Herzkranzgefäßen
Korrekturfaktor
Vor jedem Essen wird eine bestimmte Menge Insulin gespritzt, je nach Menge der Broteinheiten, die verzehrt werden sollen.
Liegt der gemessene Blutzuckerspiegel nun über dem für die betroffene Person persönlich festgelegten Zielwert, muß mehr
Insulin gespritzt werden. Diese Mehrgabe von Insulin nennt man Korrekturfaktor.
Krankheitsbildmanagement (Diseasemanagement)
Ergebnisorientierte Steuerung von Behandlungsabläufen durch die Krankenkassen. Ziel ist eine Steigerung der
Wirtschaftlichkeit durch mehr Qualitätssicherung und koordinierte medizinische Versorgungsstruktur. Dabei sollen alle zu
erbringenden Leistungen sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.
Langerhanssche Inseln
Zellen der Bauchspeicheldrüse, in denen das Insulin gebildet wird.
Macroangiopathie
Angiopathie, d.h. Verkalkung, mittlerer und großer Blutgefäße, Arteriosklerose. Zu den Risikofaktoren zählen: Rauchen,
Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel, sowie Diabetes. Bei Typ II Diabetikern fördert der erhöhte Insulinspiegel
sowie ein verändertes Verhalten der Blutplättchen (gesteigerte "Verklebbarkeit") die Gefäßverkalkung.
Manifestation
Sichtbarwerden einer Erkrankung, nach dem sie lange Zeit verborgen war (vorhandene Erbanlagen für einen Diabetes) und nun
durch bestimmte Umstände zu Tage tritt (z.B. Übergewicht).
Metabolisches Syndrom
Vorstufe des Typ-II-Diabetes mellitus. Es bezeichnet mehrere gleichzeitig auftretende Krankheitssymptome den Stoffwechsel
betreffend: Zucker- und Fettstoffwechsel sowie der Blutdruck. Im Falle des Diabetikers ist folgender Ablauf möglich:
Gekennzeichnet durch eine offenbar vererbte Insulinresistenz von Muskeln und Leber gekennzeichnet. Dazu kommt dann oft
eine erworbene Insulinresistenz infolge Übergewicht und Bewegungsarmut. Um diese Unempfindlichkeit gegenüber dem
körpereigenen Insulin auszugleichen, wird von der Bauchspeicheldrüse mehr Insulin ausgeschüttet. Der erhöhte Insulinspiegel
(Hyperinsulinämie) wiederum fördert über andere Mechanismen die Entstehung eines Bluthochdrucks und bewirkt auch eine
Fettstoffwechselstörung. (Wird der Bluthochdruck in dieser Phase mit unpassenden Medikamenten behandelt, so können dadurch
sowohl die Fettstoffwechselstörung als auch die beginnende Glucoseintoleranz verstärkt werden.) Die Folgen sind
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, daraus folgend Herzinfarkt und Schlaganfall, Nierenversagen, Augenschäden
und Durchblutungsstörungen in Beinen und Füßen.
Microangiopathie
Angiopathie kleiner Kapillargefäße, z.B.: Retinopathie oder Glomerulosklerose. Die Gefäßinnenhaut dieser kleinen Gefäße
(z.B. der Netzhaut = Retina) ist geschwollen, so dass der Durchmesser verengt ist und es zu verminderter Durchblutung
kommt, sogar bis zum Gefäßverschluß weiterführen kann.
Mikraltest
Nachweis kleinster Mengen Eiweiß im Urin zur rechtzeitigen Erkennung von Nierenschädigungen. Der Test wird an drei
unterschiedlichen Tagen durchgeführt. Erst wenn in zwei Proben Morgenurin positiv auf Mikroalbumin getestet werden, wird
der Test insgesamt als positiv angesehen.
Mody (Maturity-Onset Type Diabetes in Young People)
Auftreten eines nicht insulinpflichtigen Diabetes im Jugendalter. Für gewöhnlich tritt ein Typ II Diabetes erst im
fortgeschrittenen Alter auf. Diese Form des Diabetes wird meist vererbt. Die betroffenen Personen sind in der Regel
normalgewichtig.
Nephropathie
Spätfolge des Diabetes: eine Nierenerkrankung, hervorgerufen durch unterschiedliche Veränderungen (z.B. Entzündungen,
Gefäßveränderungen) in den Nieren, die bis hin zu Nierenversagen führen kann. Zur Kontrolle sollten Diabetiker regelmäßig
ihren Urin auf Eiweißausscheidung (Albuminurie) untersuchen.
Neuropathie (diabetische)
Nervenschädigung; Folgeschaden durch zu hohe Blutzuckerwerte. Geschädigt werden Nerven, die für Muskelbewegung, Fühlen,
aber auch für die Versorgung innerer Organe (autonomes Nervensystem) zuständig sind. Schmerz- und Temperaturempfindlichkeit
sind herabgesetzt. Häufig ist bei Diabetikern der Fuß betroffen. Eine jährliche Kontrolle sollte durchgeführt werden.
Niereninsuffizienz
Eingeschränkte Funktion der Niere. Sie ist nicht mehr in der Lage die erforderlichen Wassermengen und giftigen
Stoffwechselprodukte dem Körper zu entziehen. Dies führt nach und nach zu einer Steigerung der Konzentration dieser
giftigen Stoffe im Körper. Hält dieser Zustand unentdeckt an, kommt es zu einer Nierenvergiftung, die eine Behandlung mit
der Dialyse notwendig macht.
Nierenschwelle
Ab einem bestimmten Blutzuckerwert wird Glucose über den Harn ausgeschieden und kann dort nachgewiesen werden. Diesen Wert
oder Schwellenwert nennt man die Nierenschwelle, er liegt bei 150-200ml/dl und höher.
Obstipation
Verstopfung
Oedem
Durch unterschiedliche Grunderkrankungen kann es zu einem Austritt von Flüssigkeit aus den Gefäßen kommen, die sich
daraufhin im umliegenden Gewebe ansammelt. Mögliche Ursachen sind: Venenerkrankungen (Krampfadern), Herzschwäche, aber
auch hormonelle Schwankungen - wie z.B. während einer Schwangerschaft - oder langes Stehen oder Sitzen. Betroffen sind
meist die Beine, jedoch können sich Oedeme auch in der Lunge oder Schleimhäuten bilden.
Osteoporose
Knochenschwund
pektanginös
Knochenschwund
pharmakologisch
die Arzneimittelkunde betreffend
Polydipsie
Abnorm gesteigerte Durstempfindung mit entsprechend erhöhter Flüssigkeitsaufnahme.
Polyurie
Abscheidung abnorm erhöhter Harnmengen. Oft bereits ein Anzeichen für einen unentdeckten Diabetes. Grund hierfür ist das
Ausscheiden von Glucose über die Niere. Glucose hat die Eigenschaft Wasser zu binden und erhöht dadurch das Harnvolumen.
Eine natürliche Folge der Polyurie ist die Polydipsie. Auch schlecht eingestellte Diabetiker leiden unter Polyurie.
positiv inotrop
Kontraktionskraft des Herzens erhöhend
Prophylaxe
Vorbeugung von Krankheiten
Resorption
Wirkstoffaufnahme
Retinopathie
Microangiopathie der Netzhaut des Auges. Tritt meist nach sehr langem Diabetesleiden auf. Führt zu eingeschränktem
Sehvermögen bis hin zur Erblindung. Regelmäßige Kontrollen durch den Augenarzt erforderlich!
Rezeptor
Platz auf der Oberfläche von Zellen, an den ein bestimmtes Molekül (Hormon) gekoppelt werden kann, was dann eine bestimmte
Wirkung zeitigt. Auch das Insulin wirkt über solch einen Rezeptor und ermöglicht so eine Reihe von Stoffwechselvorgängen.
Man spricht hierbei auch vom Schlüssel-Schloss-Prinzip. Das Insulin/Hormon (= der Schlüssel) koppelt an den Rezeptor (=
das Schloss). Nur wenn das richtige Hormon an den richtigen Rezeptor gelangt kann eine Wirkung erzielt werden. Eine
Verminderung der Rezeptoren, wie beim Typ II Diabetiker, macht das vorhandene Insulin somit wirkungslos.
Saccharose (Zucker)
beruhigend, einschläfernd
sedierend
Der in unseren Lebensmitteln häufigste Zucker. Er wird bei der Verdauung rasch in gleiche Teile Glucose und Fructose
zerlegt.
Spritz-Eß-Abstand
Die zwischen dem Spritzen von Insulin und einer Mahlzeit einzuhaltende Wartezeit. Man kann durch einen verkürzten bzw.
verlängerten Spritz-Eß-Abstand bei gleicher Insulinmenge den Blutzucker regulieren. Bei niedrigen Blutzuckerwerten
bevorzugt man einen kurzen Spritz-Eß-Abstand, bei hohen Blutzuckerwerten einen längeren.
Stoffwechsel
Um- und Abbau der vom Körper aufgenommenen Stoffe (Nahrung, Wasser, Luftsauerstoff) zur Energiegewinnung und zum Aufbau
körpereigener Stoffe.
Sulfonylharnstoffe
sind eine Medikamentengruppe für Typ II-Diabetiker, die die körpereigene Insulinausschüttung steigern. Sulfonylharnstoffe
(z.B. Glibenclamid) werden in Form von Tabletten eingenommen. Um die Wirksamkeit des Insulins zu erhöhen, sollten
Betroffene sich zusätzlich an eine Diät zur Gewichtsreduktion halten.
Syndrom X
s. Metabolisches Syndrom
Tachykardie
beschleunigte Herztätigkeit
Transmitter
Überträgersubstanz
Traubenzucker
s. Glucose
Tremor
Zittern
Typ I
Diabetes mellitus, der durch eine unzureichende Insulinproduktion verursacht wird. Der Typ I Diabetes tritt meist schon
im jugendlichen Alter, selten nach dem 40. Lebensjahr, auf. Man vermutet als Ursache eine Autoimmunerkrankung, die dazu
führt, dass die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden und somit kein Insulin mehr produzieren können. Typ I
Diabetiker müssen sich das Insulin mehrmals täglich spritzen. Erste Anzeichen der Erkrankung sind Polyurie, Polydipsie,
Müdigkeit und Gewichtsverlust.
Typ II
Diabetes mellitus, der durch eine unzureichende Insulinwirkung verursacht wird; auch Altersdiabetes genannt. Hinter der
schlechten Insulinwirkung vermutet man verschiedene Ursachen:
1. eine Funktionsstörung der Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, wodurch diese nicht ausreichend Insulin produzieren.
Eine Überproduktion von Insulin, aus der eine verminderte Insulinwirkung resultiert eine Störung der Insulinrezeptoren an
den Zellen, ausgelöst durch Übergewicht
2. eine Überproduktion von Insulin, aus der eine verminderte Insulinwirkung resultiert eine Störung
3. der Insulinrezeptoren an den Zellen, ausgelöst durch Übergewicht.
Tatsächlich leiden die meisten der Typ II Diabetiker an Übergewicht durch Überernährung. Eine Reduktionsdiät hat häufig
zur Folge, das sich der Diabetes wesentlich bessert oder sogar ganz verschwindet. Der Typ II Diabetes wird meist
ausschließlich mit Tabletten behandelt, jedoch kann eine zusätzliche Insulingabe erforderlich sein.
U40 / U100
Zwei gebräuchliche Insulinkonzentrationen in Spritzlösungen. Die Zahlen geben an, wie viel Einheiten Insulin in 1ml
Lösung enthalten sind.
Zucker
Übliche Kurzbezeichnung für den Rohr- oder Rübenzucker (=Saccharose) Oberbegriff für verschiedene kurzkettige
Kohlenhydrate. Z.B. Traubenzucker, Fruchtzucker Umgangssprachliche Bezeichnung der Zuckerkrankheit
Zuckeraustauschstoff
Könne für diätetische Lebensmittel für Diabetiker zum Süßen verwendet werden (z.B. Sorbitol und Mannitol). Für
Reduktionsdiäten jedoch ungeeignet, da der Brennwert dieser Z. dem von Saccharose vergleichbar ist.
Zuckerkrankheit
s. Diabetes mellitus.